10.04.2019: Saltoluokta – Vakkotavare – Teusajaure

Nach dem gestrigen Abend startet auch der heutige Tag luxuriös mit Frühstücksbuffet um 07:30 Uhr.

Ausschnitt des Buffets

Mit einer Auswahl wie in einem Hotel können wir uns die Bäuche vollschlagen, bevor wir um 08:45 die heutige Etappe mit 4km zum Aufwärmen über den See beginnen. Dabei begleitet mich Olga, die uns gestern Abend noch an der Rezeption betreut hat. Sie hat heute einen Tag frei und wird auf der anderen Seite des Sees von einer Freundin aus Gällivare abgeholt.

Warnschild am Ufer

Wir erreichen schon um 09:30 Uhr das andere Ufer und haben noch viel Zeit, bis der Bus um 10:15 Uhr kommt. Trotzdem wird es dann knapp, weil Helga und Gerlinde, die den Scooter-Transport über den See gewählt haben, gemeinsam mit unserem Gepäck erst ankommen, als der Bus schon da steht. Da der öffentliche Verkehr in Nordschweden aufeinander abgestimmt ist, wartet der Bus natürlich. Im Bus lehnt der Busfahrer Zahlung mit Cash ab (Card only). So muss man bei einer Tour hier also gut kalkulieren, wo man mit Cash und wo mit Karte zahlen kann. In der Hütte in Aktse war die Bankomatkasse ausgefallen und nur Cash möglich.

Blick aus dem Bus

Mit dem Bus fahren wir zur STF-Hütte Vakkotavare genau dem blauen Himmel entgegen, der schon den ganzen Vormittag über dem oberen Suorvajaure zu sehen war. Der Bus macht seine Mittagspause von einer Stunde leider genau zur Halbzeit unserer Strecke, sodass wir eine Zwangspause im Stora Sjöfallet Visitor Center bei Vietas einlegen müssen. Dieses Schicksal teilen wir mit einigen anderen „Abenteurern“, die in diesem Bus sitzen. Ein alleinreisender, junger Oberösterreicher steigt mitten im Nirgendwo aus, um mit dem Zelt eine Woche des Sarek-Nationalpark zu durchqueren. Um 12:00 Uhr sind wir dann auch beim Startpunkt unserer heutigen Etappe und machen uns bei warmen Temperaturen vor der Vakkotavare-Hütte bereit. Beim steilen Aufstieg durch den niedrigen Birkenwald tragen wir unsere Schi und wenden dabei die von Helga entwickelte Tragetechnik an. Dabei werden die Schi zwischen Körper und Rucksack eingeklemmt, sodass die Hände frei bleiben, um mit den Stöcken beim Anstieg nachzuhelfen.

Unser erster Rastplatz

Nach dem Überwinden der Baumgrenze machen wir eine erste Pause und genießen das prachtvolle Panorama Richtung Sarek-Nationalpark. Dabei passiert uns ein älterer Herr, der sogar mit Pulka und Langlaufschi die steile Strecke bergab zu unserem Ausgangspunkt in Angriff nimmt, ohne abzusteigen.

Auch das schwedische Pärchen überholt uns wieder

Heute ist wirklich ein herrlicher Tag und obwohl der Aufstieg auf den Sattel zur Teusajaure-Hütte hinter jedem erklommenen, vermeintlichen Gipfel einen weiteren bereit hält, genießen wir einfach diese endlose, ruhige und bewegungslose Weite, die sich in allen Richtungen auftut.

Herrlicher Ausblick

An diesem herrlichen, wetterstabilen Tag entschließe ich mich, Sonja an der Spitzenposition zu begleiten und wir nehmen gemeinsam als Erste die Abfahrt zur Teusajaure-Hütte in Angriff. 

Sonja und ich warten beim Sattelpunkt

Zu Beginn gleiten wir mühelos hinab und wenn es zu schnell wird, verlassen wir die Spur und wechseln in den bremsenden Tiefschnee. Doch als der Teusajaure und die gleichnamige Hütte in Sicht ist, beginnt auch wieder der Bewuchs mit niedrigen Birkenwäldchen und die Spur wird enger und schwieriger zu fahen. Nach den ersten zwei Kurven schnallt Sonja die Schi ab, und versucht, zu Fuß weiterzukommen. Ich lasse die Schi angeschnallt und kann bis auf einen kleinen Schneekontakt mit viel Akrobatik einen Sturz vermeiden. Insgesamt brauche ich für die gesamte Bergabstrecke vielleicht 45 Minuten, was doch zeigt, wie vergleichsweise schnell man mit den Schiern im Winter unterwegs sein kann. Teusajaure hat eine Saunahütte und einen Shop, der gerade heute neu beliefert wurde. Durch den späten Start ist außer Sonja und mir noch niemand hier, als die Herrensauna beginnt.

Saunahütte von Teusajaure

An diese Sauna habe ich noch gute Erinnerungen von meinem Trip 2009 – die Hütte und der Ofen sind noch das gleiche Modell wie damals. Der Ofen heizt so stark, dass die drinnsitzenden Schweden beschließen, das Fenster nach draußen und die Tür zum Waschraum zu öffnen, und auf Durchzug zu stellen 😊.

Das Saunabier für alle ist bereits kaltgestellt

Als ich von der Sauna komme, sehe ich gerade Heinz über den See laufen, der mir berichtet, dass sich Uyangaa bei einem ihrer zahlreichen Stürze (sie stand noch nie auf Alpin-Schi und hat nur ein paar Langlauftrainingstage als Vorbereitung) am Knie verletzt hat und nur noch humpelnd zur Hütte gekommen ist. Alle anderen sind in der Zwischenzeit auch eingetroffen und nutzen die Mixed-Sauna.  Währenddessen mache ich mich ans Werk und koche aus den Einkäufen beim Shop Tortillas mit Linsen-Mais-Käsefüllung.

Sonnenuntergang über dem Teusajaure

Uyangaas Knie ist leicht angeschwollen und sie humpelt durch die Hütte und wir hoffen das Beste, dass es am nächsten Morgen wieder besser sein wird.

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