25.05.2019: Sorrent – Vesuv – Herculaneum – Neapel

Das Frühstück nehmen wir im Keller ein, wie die Unterkunft mit einer kühlen Athmosphäre aber ausreichend Auswahl. Um 09:00 Uhr starten wir Richtung Bahnhof von Sorrent. Dort steigen wir in einen Zug der Circumvesuviana ein, eine Gruppe von S-Bahnen, die am Fuße des Vesuvs verkehren. Der Vesuv ist auch unser erstes Ziel für heute und so bleiben wir in dem immer voller werdenden Zug bis zur Station Ercolano, ein Vorort von Neapel. Vom Vorplatz der Bahnstation fährt direkt ein Bus zum Vesuv. Die Tickets für die Hin- und Rückfahrt kosten EUR 20,– pro Person. Der Busfahrer klebt uns kleine Pickerl mit einer „3“ auf das Gewand, damit er uns beim Runterfahren wieder erkennt und startet, sobald der Bus voll ist. Gleich nach dem Verlassen des Städtchens treffen wir auf die Bergstraße auf dem Vesuv, die sich in teilweise engen Kurven den zur Zeit wenig aktiven Vulkan hinaufschlängelt. Weiter oben entlang der Straße kann man gut die Spuren ehemaliger Ausbrüche erkennen, die aber teilweise schon wieder von der Flora zurückerobert werden. Knapp 200 Höhenmeter unterhalb des Kraterrandes ist der Parkplatz, auf dem schon zahlreiche Busse parken. Dementsprechend viele Leute schlängeln sich drei Serpentinen hinauf. Diese sind zwar breit genug für ein Auto, für Flip-Flop-Touristen stellt das schottrige Vulkangestein aber trotzdem eine Herausforderung dar. Nach ca. 20 Minuten erreichen wir den Kraterrand und erhaschen einen ersten Blick auf das Innere des Vulkans. Ein schöner Vulkankegel, aber nur an einer einzigen Stelle raucht es ein wenig heraus, da bin ich aus Island spektakuläreres gewohnt. Der Touristenpfad geht weiter unmittelbar am Kraterrand entlang wobei aber drei Imbiss- und Souvenierbuden passiert werden können. Nach einer halben Umrundung endet der Weg bei einer der Buden. Man könnte hier zwar noch weitergehen und den Krater ganz umrunden, dafür ist aber eine Voranmeldung notwendig. Für uns ist hier unser Umkehrpunkt an dem uns Heinz & Herta mit einer Flasche Limoncella Crema überraschen und wir auf die gelungene Reise und die Aussicht anstoßen. Etwas beschwipst machen wir uns also auf unseren Rückweg, da wir von unserem Busfahrer eine fixe Zeit für die Rückkunft vorgegeben bekommen haben. Nach der Rückfahrt machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Ausgrabungsstätte Hercanoleum. Nach ca. einem Kilometer durch die eher schmucklosen Straßen von Ercolano erreichen wir die „kleine Schwester“ von Pompeji. Susanne & Franz, Claudia & Hannes sowie Uyangaa beschließen sich den Eintritt zu sparen und stattdessen ein kleines Restaurant aufzusuchen. Die restlichen nehmen am extra von mir eingebauten Kulturprogramm teil. Obwohl ich für alte Steine nicht viel übrig habe, ist es auch für mich eindrucksvoll zu sehen, wie Türschilder, Zeichnungen, Mosaike oder Möbel nach über 2000 Jahren noch so gut erhalten sind. Man geht durch eine komplette Kleinstadt und dank des Planes und des Booklets, welche man erhält, wird detailgenau beschrieben, vor welchem Haus man steht, und welche Funktion es hatte. Nach ca. 1,5 Stunden haben alle Wanderer ihren Kulturhunger soweit gestillt und wir gehen zurück zur Station der Circumvesuviana. Wir müssen relativ lang auf den Zug warten, dieser ist dafür dementsprechend voll. Dies wird mit jeder Station schlimmer je näher wir Neapel Bahnhof kommen, sodass es eine Befreiung ist, als der Zug diese Station erreicht und wir alle endlich wieder genug Luft zum Atmen bekommen. Mir stellen sich vor dem Aussteigen zwei Personen unmotiviert in den Weg, die ich mit leichten Nachdruck und Fluchen wegschieben kann. Vielleicht ist das ja ein Taschendiebtrick, aber zum Glück haben wir alle unsere Wertsachen behalten. Vom Bahnhof aus gehen wir ca. 15 Minuten zu unserer letzten Unterkunft dem Pontenuovo Bed in der gleichnamigen Straße. Fast alle Häuser in Neapel wirken von außen verfallen und ziemlich trostlos und so gehen wir auch an unserer Unterkunft zuerst vorbei, weil wir nicht glauben können, daß uns so ein gräßliches Haus beherbergen soll. Der Innenhof und das hohe Stiegenhaus mit schönen Gewölben machen da schon einen besseren Eindruck und innen ist die Unterkunft super schön hergerichtet mit hellen Wänden mit Wandmalereien, Blumendekorationen und Duftsteinen. Nach dem Tipp der Gastgeberin suchen wir für das Abendessen das in der Nähe gelegene Lokal „La Cucina e Mama“ auf. Der dortige Chef erinnert mit seinen grauen Haaren, der aufgrund einer Operation sehr kratzigen Stimme und seiner Art sehr an einen Mafioso. Beim Essen selbst bestelle ich gemeinsam mit Susanne einen Antipasti-Teller mit 8 Gängen, bei dem vier Gänge zum Sattwerden auch gereicht hätten. In einem privaten Hinterstübchens des Restaurants stoßen wir noch einmal auf diese tolle Reise an und verabschieden uns von Claudia und Hannes, die bereits morgen um 06:00 Uhr in der Früh zum Flughafen fahren müssen.

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