14.02.2013 Korneuburg – Mallorca – Valldemossa

Heute ist der Beginn meiner ersten Wanderreise, die ich nicht selbst organisiert habe. In der Früh zeigt sich der Winter zu Hause noch von seiner rauhen Seite, und der Tag beginnt mit Schneeschaufeln vor dem Haus. Nach der Verabschiedung von Frau und Kind geht es dann nach einem Abstecher zur Trafik (Tabak kaufen) mit dem Zug zum Flughafen. Gott sei Dank gibt es hier keine Verspätungen und ich komme pünktlich am Flughafen an. Nach dem Check-In läuft mir am Flughafen plötzlich Ronny – mein ehemaliger Mitunternehmer – über den Weg. Sein Ziel: ebenfalls Mallorca im gleichen Flieger. Er und seine Freundin Madrina möchten dort eine Woche mit dem Leihwagen unterwegs sein. Ihr erstes Ziel ist ebenfalls die Gegend von Valldemossa. Der Flug hat aufgrund der Witterungsverhältnisse ca. eine Stunde Verspätung, ich bin dennoch froh, daß der Flughafen nicht geschlossen wird, so wie es beim letzten großen Schneefall war. Auf dem (für eine Mittelmeerinsel) riesigen Flughafen von Palma checkt Ronny seinen Leihwagen von Sixt (die Mitarbeiter in dem knall-neon-orange Office tun mir ein wenig leid). Die ersten Schritte außerhalb des Flughafengebäudes verheißen Frühling für die nächste Woche. Ich sehe Leute mit kurzen Ärmeln und Röcken, die im Freien Ihren Kaffee schlürfen und die Sonne scheint und wärmt die Luft auf ca. 15 Grad. Nach knapp 30 Minuten Fahrzeit steigen wir zu dritt um ca. 15:30 Uhr in Valldemossa aus. Die Verspätung des Fluges haben ich somit mehr als wettgemacht, da ich mir die Benützung von zwei Buslinien erspart habe.Kaum haben wir im schönen Örtchen Valldemossa in einem zentral gelegenen Cafe Platz genommen, kommen auch schon meine Mitwanderer an Ihrem ersten Etappenziel an. Sie sind schon um 08:00 Uhr in der Früh von Esporles gestartet und haben schon ihre erste Wanderetappe nach Valldemossa hinter sich gebracht, als Reinhold mich im Cafe entdeckt. So ein perfektes Timing hätte man auch mit bester Planung nicht hinbekommen. Nachdem die Sonne hinter den Dächern verschwunden ist, verabschiede ich mich von Ronny und Madrina und gehe gemeinsam mit meinen neuen Weggefährten Reinhold, Franziska, Beate, Sabine und Xaver zum „Es Petit Hotel“ in Valldemossa. Dieses wirklich nette Hotel, welches von zwei Männern geführt wird, ist sehr schön eingerichtet und die luxuriöste Herberge unserer Wandertour. Es bietet in der Vorsaison keine Halbpension und so machen wir uns am Abend noch einmal auf den Weg in die „Stadt“. Wir finden ein Lokal, in welchem außer uns nur ein paar Einheimische Ihr Abendessen zu sich nehmen – das ist der Reiz der Nebensaison. Ich kann mich noch nicht zu einer Mallorquinischen Spezialität durchringen und esse eine Pizza. Jedoch koste ich ein paar Bissen eines gemeinsam bestellten Eintopfes mit Tintenfischstückchen und nasche entgegen meiner Gewohnheiten ein paar Oliven, die hier als Gedeck gemeinsam mit Weissbrot zu jedem Essen gereicht werden. Abgesehen von dem im Hintergrund laufenden Fernseher (auch landestypisch!) ist es ein nettes Lokal, wo ich meine Reisegefährten der nächsten Tage ein wenig kennenlernen kann. Reinhold („der Guide“) kenne ich schon von meiner Bergwanderführerausbildung im Winter in der Ramsau. Er kommt wie alle anderen aus Augsburg und Umgebung und hat seine Lebensgefährtin Franziska mitgenommen, mit der er erst vor kurzem zusammengekommen ist. Ergänzt wird die Truppe durch Xaver einem langjährigen Freund von Reinhold, den er aus Ihrer gemeinsamen Zeit als Berg- und Langstreckenläufer kennt, Beate, einer Kletterkollegin und Sabine. Reinhold hat Sabine vor der Abreise über eine gemeinsame Bekannte in einem 15-minütigen Treffen kennengelernt, wo er sie überreden konnte, trotz Bandscheibenvorfalls mitzugehen. Ich bin also der einzige Österreicher und der einzige Mitwanderer unter 40 Jahre ! Der Abend klingt in einem netten Hotelzimmer, welches ich mir mit Xaver teile aus.

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