19.02.2013 Refugi Tossal Verds – Restaurante Es Verger – Castell Alaro

Nach einer ruhigen Nacht (außerhalb der Hütte hört man wirklich keinerlei Geräusche) starten wir gut erholt in den neuen Tag. Der gestrige Regen hat sich wieder verzogen und wir dürfen unsere Zimmer unaufgeräumt lassen, da wir morgen abends wieder zu dieser schönen Hütte zurückkehren werden. Von der Hütte geht es ein Stückchen die Schotterstrasse entlang bergab, bevor der Weg Richtung Alaro durch ein liebliches Wäldchen wieder bergauf führt. Bei unserer heutigen Etappe brauchen wir auch für unterwegs kaum Proviant, da Reinhold ein paar Plätze im ehemaligen Geheimtipp „Restaurante Es Verger“ reserviert hat. Bis dahin sind noch einige Meter zu absolvieren, unter anderem kommen wir an einem sehr großen Gut vorbei, wo wir auch den GR221, der direkt nach Alaro führt, verlassen. Reinhold läßt uns mal wieder an einem seiner Ratespielchen (wieviel große Amphoren befinden sich auf diesem Hof? – Antwort 7) teilhaben, bevor wir dieses Gut durchqueren. Ein sehr unfreundllicher Hund ist Gott sei Dank angekettet und so hat es keine Konsequenzen, daß wir einen kleinen Zaun überklettern müssen, um den Hof zu verlassen. Anschließend geht es 2-3 km auf einer Asphaltstrasse entlang. Hierbei begegnen uns einige Radfahrer, die oft mit Mordsgeschwindigkeit auf den Strassen Mallorcas unterwegs sind. Das eine oder andere Relikt im Strassengraben zeigt, dass dies nicht immer ganz friktionsfrei vonstatten geht ;-). Anschließend geht es bergauf weiter direkt Richtung Castell Alaro. Eine halbe Stunde vor Ankunft verstecken wir unsere Rucksäcke und zweigen bergab zum Restaurante Es Verger ab.

Das Restaurant wirkt von draußen unscheinbar, innen tobt jedoch das Leben. Eine große Touristenmenge (ca. 90% deutschsprachig) bevölkert das Lokal. Es hat einen sehr schönen Raum direkt bei der Küche und mit offenem Feuer, auf dem gegrillt wird. Die weiteren Räume sind eher schmucklos und schlicht und uns bleibt um 13:30 nur der hinterste Raum, da alle anderen besetzt sind. Das Essen ist reichlich und gut und rechtfertigt den Andrang. Zum Glück hilft mir Reinhold die Leber aus meinem Fleischeintopf rauszupicken. Mit vollen Bäuchen geht es ca. eine Stunde hoch zum Castell Alaro, welches auf einem Felsstock als letzter Ausläufer des Tramuntana-Gebirges steht. Früher war es einmal ein Kloster, nun wurde es zur Berghütte umfunktioniert. Der Pächter mit markanter Irokesen-Frisur weist uns unsere Zimmer zu. Wir stellen fest, daß hier nur sehr kaltes Regenwasser verfügbar ist, mit dem sparsam umgegangen werden soll. Für die dadurch verpasste warme Dusche entschädigt jedoch der Ausblick vom Gipfel des Feststockes. Am Nachmittag sehen wir von Palma an der Südküste über die Bergkette, die Mallorca im Osten begrenzt bis zur Nordküste, man hat also ohne Übertreibung Blick auf ganz Mallorca. Passender Ort für ein Gipfelstürmer-Bild, welches aber das tolle Panorama nicht einmal teilweise einfangen kann.

Unsere Zimmer sind relativ kühl und werden mittels elektronischen Radiator auf erträgliche Temparaturen gebracht, also halten wir uns in der Ess-Stube des ehemaligen Klosters auf, wo am Nachmittag köstliche Kuchen kredenzt werden. Das Abendessen ist ebenfalls köstlich und sehr üppig. Als wir nach einem Berg Nudeln schon mit der Nachspeisen-Orange rechnen, werden uns zum Hauptgang noch mallorquinische Würstel auf den Tisch gestellt ! Ein kurzer Spaziergang zum Berggipfel mit herrlichen Blicken auf das Lichtermeer von Palma und den Rest der Insel beendet diesen Wandertag, auch das Fenster im Zimmer ist direkt auf Palma gerichtet.

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