26.08.2014 Hochweißsteinhaus – Wolayerseehütte

Nach dem gestrigen „Umweg“ über das Tal sind Heinz und Elias diesmal auf der normalen Route mit dabei. Auch heute steht eine durchaus anspruchsvolle Etappe mit einigen Höhenmeter auf dem Programm. Das Wetter sieht in der Früh gar nicht gut aus, denn das Hochweißsteinhaus ist wie gestern abend in dichten Nebel gehüllt und es bläst ein starker Wind. Dies veranlasst auch zwei Damen, die seit der Sillianer Hütte parallel zu uns gegangen sind, ihre Wanderung schon vorzeitig abzubrechen und ins Tal abzusteigen. 20140826_075311Nach dem üblichen Hüttenfrühstück (Brote mit Butter und Marmelade sowie Kaffee, Tee oder Kakao) brechen wir auf zunächst bergauf zum Öfner Joch bevor der Weg wieder hinab führt, diesmal auf italienischer Seite in das Val Fleons. Hier begegnen wir einer Kletterin, die offensichtlich am Fuße der beeindruckenden Wände des Monte Avanza campiert hat. Der Weg führt zunächst steil bergab, dann flacher entlang einer Forststraße. 20140826_085236Fast hätten wir die Abzweigung Richtung Fleonsalm verpasst, da in Italien der Weg nicht mehr mit rot-weiss-rot und 403 markiert ist. Ein Blick auf die Karte bringt uns wieder auf den richtigen Weg und so erreichen wir bald die untere Fleonsalm, ein netter Platz für eine Pause. 20140826_093043Dies denken sich auch die rund um die Alm grasenden Kühe, nachdem wir unsere Müsliriegel und Wurst auspacken und kommen rasch näher.IMG_8784 Darauf verlassen wir diesen netten Platz und verlegen die Rast einige hundert Meter weiter. Das Wetter hat sich stark gebessert, seit dem Öfner Joch sind wir aus den Wolken herausgekommen und es ist trocken. Die Charakteristik des Weges unterscheidet sich von den bisherigen Tagen, so geht es großteils durch Wälder, die übersät sind mit tausenden Schwammerl aller Arten. 20140826_091723Der Weg steigt nun wieder langsam aber stetig ab Richtung Sella Sassanis, bevor wir diese erreichen müssen wir aber noch ein besonderes Hindernis überwinden. Durch die extremen Schneefälle des vergangenen Winters in der karnischen Region sind auch zahlreiche Lawinen abgegangen. Ein Lawinenkegel hat dabei den 403er unter sich begraben und selbst Ende August ist es noch ein richtiger Berg aus Schnee und Eis bedeckt durch centimeterdicken Schlamm, den wir nur mühsam überklettern können. IMG_8797Als wir den Sella Sassanis Pass erreichen, auf dem auch eine Gedenktafel betreffend des Ersten Weltkrieges steht sehen wir kurz unsere Wanderbegleiter Reinhard und Elisabeth, die aber bald wieder im Nebel verschwinden, den wir auf knapp 2000m wieder „eingeholt“ haben. Nach unserer Mittagspause geht es ein Stück relativ eben weiter, wir queren das Schotterkar der Creta di Bordaglia, bevor wir den Giramondopass und damit wieder die Grenze zu Österreich erreichen. 20140826_113055Von hier aus geht es steil bergab. Bei diesem Abstieg verspüre ich leider erstmalig wieder manchmal Stiche im linken Knie. Trotz voller Konzentration rutsche ich auf dem steilen und schottrigen Abstieg kurz aus, bleib aber bis auf ein paar kleine Schürfwunden unverletzt.IMG_8817 Der Weg flacht ab und wir erreichen nach ca. einer Stunde die Obere Wolayeralm wo Reinhard und Elisabeth schon auf uns warten. Auch die Sonne scheint manchmal durch die Wolken durch und so nutzen wir das Wetter zu einer Pause mit Ziegenmilch und einer Bretteljause aus eigener Produktion. IMG_8845Die Sennerinnen erzählen uns, dass sie jeden Tag mehrere Stunden in den Bergen unterwegs sind, um bezüglich der weidenden Kühe nach den Rechten zu sehen. Nach der Pause müssen wir noch einen Anstieg von 250Hm überwinden, bevor wir um ca. 15:30 Uhr die traumhaft gelegene Wolayerseehütte erreichen. Diese wurde 2012 neu renoviert und kann schon fast als Berghotel bezeichnet werden. 20140827_074233Die Sanitärräume sind top, das ganze Haus erstrahlt in hellen Holz und wir bekommen ein kuscheliges 3-Bett-Zimmer zugewiesen. 20140826_160208 Bei der Duschzeit wurde gespart, denn die Warmwasseruhr, die für eine Münze für zwei Minuten läuft, bleibt auch beim Abdrehen des Wassers nicht stehen und so muss auch das Einseifen schnell erledigt werden. Das Abendessen verbringen wir in einem Raum mit riesigen Panoramafenstern, wo man den See und die eindrucksvolle Wand der Seewarte sehen würde, wenn nicht wieder Nebel eingefallen wäre. 20140826_160427Heute gönne ich mir ein Upgrade auf Halbpension und bekomme somit ein 3-Gänge-Menu am Abend serviert. Am Abend sitzen wir noch ein letztes Mal zusammen mit unseren Begleitern der letzten Tage, die den Karnischen Höhenweg „nur“ bis zum Plöckenpass gehen. Die aus England stammende UN-Mitarbeiterin und Ihre Tochter, Reinhard und Elisabeth sowie der 77-jährige Manfred aus Deutschland mit seinen 4 Geissen (=Frauen), die er über den Berg scheucht. Von Tag zu Tag gewöhnt man sich mehr aneinander und so kommt schon kleiner Abschiedsschmerz auf, als wir mit Reinhard und Elisabeth bei einem Wein zusammenstehen und über die letzten Tage philosophieren.

Ein Gedanke zu „26.08.2014 Hochweißsteinhaus – Wolayerseehütte“

  1. Ja, die Etappe war wirklich wieder Anspruchsvoll! Aber dank gut organisiertem, abwechslungsreichem Actionprogramm (Lawinen Hügel, umgeknickte, schlecht passierbare Bäume, rutschige, matschige Bachbettwanderungen, neugieriger Kühe, stolpernder Bergführer ist die Zeit wie im Flug vergangen. Es gab auch noch eine rechtzeitige Pause mit Ziegenmilch und Brettljause als Stärkung bevor wir unser Luxus 3 Sterne (3 Betten Ressort) bezogen. Angeblich kann man auch auf Knie’n wandern, wenns steil wird – sagte zumindest Elias 😉

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