23.08.2014: Sillianer Hütte – Obstansersee Hütte

Meine Nacht war trotz fehlender Schnarchgeräusche aufgrund der Temperatur und dem permanenten Kampf mit meinem Hüttenschlafsack oft unterbrochen und so beschließe ich um 06:00 Uhr aufzustehen. Ich warte noch bis kurz vor sieben, bevor ich Heinz und Elias wecke. Mit kaltem Wasser erledigen wir die Morgenhygiene bevor das große Frühstück (4 Scheiben Brot, Butter, Marmelade, Käse, Schinken und ein Getränk) auf uns wartet. Um 08:30 Uhr brechen wir auf. 20140822_190917Da die Zimmer um 08:00 Uhr geräumt sein sollen, sind fast alle Wanderer um diese Zeit aufbruchsbereit und so setzt sich die Karawane des karnischen Höhenweges fast gleichzeitig in Bewegung. Das Wetter sieht ganz gut aus – zumindest sieht man heute die Dolomiten auf der italienischen Seite sowie manchmal auch auf der österreichischen Seite ins Tal. Der Weg ist gut markiert und somit leicht zu finden und am Anfang begleiten uns sogar noch zwei Mountainbiker, die wir aber nach Mittag nicht mehr sehen. Überall am Weg sind Relikte des 1. Weltkrieges zu sehen, wo hier am Karnischen Kamm intensiv gekämpft wurde. So kommen wir nach ca. 2 Stunden auch an einem kleinen Soldatenfriedhof vorbei. 20140823_092500Das Wetter hat sich eingetrübt und es beginnt zuerst leicht und dann immer stärker zu regnen. Der Weg an diesem Tag geht schön abwechselnd ein bisschen bergauf und wieder bergab, sodass auch meine ungeübten Mitwanderer gut zurechtkommen. Nach einer kurzen Mittagspause im Windschatten eines Felsens geht es bei immer stärkeren Regen weiter. Die an diesem Tag möglichen Gipfelbesteigungen lassen wir aufgrund mangelnder Fernsicht aus. 20140823_102407Nach ca. 3 Stunden Gehzeit erblicken wir von oben bereits das Ziel unserer heutigen Etappe, den Obstanser See und die dazugehörige Hütte. CIMG6704Der Abstieg dauert dann noch fast eine Stunde, da der glitschige und gatschige Bergabweg keine höheren Geschwindigkeiten erlaubt. Wir erreichen die Hütte kurz nach Mittag und stärken uns erst einmal mit Gulaschsuppe und Knödel mit Ei. Den restlichen Nachmittag beobachten wir das Sauwetter aus der Hütte, schmökern in den aufliegenden Alpenvereinszeitungen und spielen unterschiedlichste Kartenspiele. 4 Stunden Wanderzeit ist ziemlich kurz, aber bei diesem Wetter genau richtig ! Wir bekommen ein 5 Personen Zimmerlager zugewiesen, welches wir mit Reinhard und Elisabeth aus Niederösterreich teilen, mit denen wir auch am Nachmittag noch viel plaudern und auch gemeinsam Abendessen. 20140823_182432Am späteren Nachmittag trifft noch eine durchnässte italienische Gruppe mit Schoßhund ein, die ganz überrascht ist, dass es keinen Föhn für Hunde auf der Hütte gibt. Eine Duschmünze für 2 EUR reicht für 2 Minuten warmes Wasser, wobei die Uhr stoppt, wenn man den Hahn abdreht. Am Abend gibt es als Bergsteigeressen Spinatknödel mit Gorgonzolasauce. Die Abrechnung von Übernachtung, Abendessen und Frühstück wird wie in der Sillianer Hütte auch bereits am Abend durchgeführt. Eine Tochter des Hauses läuft aufmerksam mit einem PDA herum und nimmt die Bestellungen auf, eine andere bringt kurz darauf das Essen an den Tisch – ein echter Familienbetrieb. Auch dieser Tag endet um 21:30 in unserem Zimmerlager. Während sich bei Heinz und Elias schon erste Verschleißerscheinungen bemerkbar machen, spüre ich noch nichts von den bisherigen Etappen.

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