28.08.2014 Gasthof Valentinsalm – Zollnerseehütte

In der „Zivilisation“ gibt es Frühstück frühestens um 07:30 Uhr. Nach einem noch besseren Frühstücksbuffet als am Vortag brechen Heinz und ich um 08:15 Uhr auf. Ich sage dem Wirten auf der Valentinsalm noch, dass Elias abgeholt wird. Daraufhin ruft er zum Glück noch kurz bei der Zollnerseehütte an, denn Hannelore die Wirtin hätte schon darauf vergessen den Lieferanten zu verständigen.

Der Grünsee beim PlöckenpassNach ca. 30 Minuten queren wir die Plöckenpass-Straße und passieren den Grünsee bevor sich der Weg bergauf durch den Wald windet. Heinz und ich unterhalten uns angeregt und verpassen prompt den richtigen Weg. Ein paar Meter durch Gatsch und dichtes Gestrüpp bringen uns aber wieder auf den richtigen Weg. Nach ca. 400m bergauf erreichen wir die Abzweigung zum Polinik bei einer kleinen Alm. 20140828_103611Wir treffen einen Kärntner, der schon lange in Wolfsburg (D) wohnt und nun die Gipfel seiner Heimat besuchen möchte. Wir gehen aber ohne Gipfelumwege weiter am Karnischen Höhenweg leicht bergab der Bergkette entlang. Dabei müssen wir mehrmals Kühe umrunden, die es sich mitten am Weg bequem gemacht haben. Auch auf diesem Weg sind mehrmals die Überreste des letzten Winters sichtbar, wenn der Weg durch umgeknickte Bäume versperrt ist und großräumig umgangen werden muss. Wir passieren eine verfallene Alm (zuletzt restauriert 1932) bevor der Weg plötzlich steil nach oben führt. Dabei gehe ich mein Tempo und Heinz seines, was dazu führt, dass am Gipfel des Köderkopfes ich ca. 10 Minuten vor Heinz ankomme. 20140828_115559Nachdem heute auch überwiegend schönes Wetter ist, machen wir ausgiebig Pause am Köderkopf. Wir verspeisen die letzten Wurstreste und das letzte Brot. Sogar das Rauchen einer Gipfelzigarette zahlt sich heute aus. CIMG6769Wenn uns nicht gerade eine kleine Nebelwolke einhüllt, haben wir heute herrliches Wetter und gute Fernsicht. Während wir Pause machen, sehen wir auch die einzigen Menschen, die uns heute entgegenkommen, der Karnische Höhenweg ist hier tatsächlich recht einsam. IMG_9037Nach der Pause geht es steil bergab auf der anderen Seite des Tales sieht man schon die Bischofsalm und eine weitere Hütte, die schon ganz in der Nähe unseres Etappenziels stehen muss. Es geht jedoch nicht direkt ins Tal sondern der Weg geht einen ganz weiten Bogen sodaß hier noch viele Kilometer zurückgelegt werden müssen. 20140828_142338Heinz hat sich offensichtlich gut erholt, denn er ist jetzt bergab so schnell unterwegs, dass ich kaum folgen kann. Dies auch weil ich auf mein Knie, das sich immer öfter meldet gut achtgebe und meine Schritt mit Bedacht setzen möchte. Wir überqueren zwei Wildbäche mit herrlich frischem Wasser und erreichen nach einiger Gehzeit eine steile Almwiese, die von zahlreichen Kühen bevölkert ist. Eine Straße schlängelt sich die Wiese hinauf und ich erwarte jederzeit die Bischofsalm zu erreichen, auf der Käse produziert wird. Doch der Weg zieht sich ziemlich dahin und erst muss noch ein kleiner Bergrücken umrundet werden, bevor wir die Alm erreichen. Leider wird hier nichts verkauft und so fällt die geplante Pause mit einem Müsliriegel und einem Stückchen Schoko recht dürftig aus, bevor es noch einmal in der prallen Sonne gut 200m bergauf zur Zollnerseehütte geht. 20140828_162042Hier eile ich wieder ein wenig voraus, weil ich mich schon auf einen gemütlichen Platz bei der Hütte freue. Als ich sie erreiche, sitzen noch relativ viel Leute vor der Hütte, aber nur 15 Minuten später sind wir schon fast die einzigen Gäste. Wir probieren Hannelores interessante Säfte (Waldmeister, Lavendel, Thymian/Spitzwegerich) und genießen die Sonnenstrahlen am späten Nachmittag. Elias taucht ein wenig später auch auf. 20140828_162340Er hat ein wenig geschlafen, aber im Laufe des Tages sogar ohne uns freiwillig eine kleine Wanderung zum namensgebenden Zollnersee unternommen, um nicht „aus der Übung“ zu kommen ! Wir werden in einer sehr schönen Matratzenunterkunft untergebracht, die wir alleine für uns haben. Etwas später kommt noch eine Familie mit drei Kindern, die jedoch am Dachboden nächtigt. Dusche gibt es diesmal gar keine (nicht einmal eine kalte), also muss eine Katzenwäsche mit Waschlappen genügen. Nach dem Abendessen gibt es noch einen Fichtenpunsch, der ziemlich intensiv wirkt, so finde ich plötzlich alles ziemlich witzig und liefere mir Lichtspiele mit Elias.

 

Ein Gedanke zu „28.08.2014 Gasthof Valentinsalm – Zollnerseehütte“

  1. Endlich kenne ich auch meine Grenzen …
    Faszinierend, wie man 100 kg in so kurzer Zeit so schnell nach oben bringen kann — mir ist der Weg bergab bedeutend lieber – da unterstützt die Schwerkraft 😉
    Der Fichtenpunsch hat es wirklich in sich gehabt. Die Stimmung kam mir vor wie am Schikurs in der Schulzeit …

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