12.05.2016: Sokraki – Spartilas – Mt. Pantokrator – Nissaki – Korfu-Stadt

Per Telefon haben wir mit unseren Mitwanderern in der Nachbarortschaft ausgemacht, dass wir um 08:30 Uhr gemeinsam in deren Villa frühstücken und am Weg durch Spartilas Lebensmittel mitnehmen werden. Also brechen H&H, M&M, Sonja und ich schon knapp nach 07:00 Uhr bei wolkenverhangenem Himmel aus unserer kuscheligen Unterkunft auf und nehmen noch Marmeladen und Tee aus unserem Geschenkskörbchen mit. Der Weg nach Spartilas ist mir beim dritten Mal ja schon bestens bekannt und so kommen wir abgesehen vom Anlegen unserer Regenbekleidung zügig voran.

Unser Frühstückstisch
Unser Frühstückstisch

Als wir knapp nach 08:00 Uhr in Spartilas eintreffen, hat gerade der dortige Supermarkt geöffnet und gemeinsam mit der gegenüberliegenden Mini-Bäckerei (2 Sorten Brot) kaufen wir für EUR 12,– Frühstück für 12 Personen ein. In der Villa Elia ist bereits die Frühstückstafel vorbereitet und wir essen das letzte Mal in großer Runde gemeinsam. Aufgrund des schlechten Wetters und unterschiedlicher Interessen teilt sich die Gruppe.

Erklärung der Varianten
Erklärung der Varianten

Dusanka und Günter verabschieden sich, da sie heute die Fähre zurück ans Festland nehmen wollen, um nach Hause zu fahren. M&M, H&H, Ingrid und Brigitte wollen den Tag mit schlechtem Wetter lieber in Korfu-Stadt verbringen. Waltraud, Susanne und Sonja wollen den für eine Woche gebuchten Wanderführer wirklich komplett nutzen und entscheiden sich, trotz schlechten Wetteraussichten mit mir wie geplant den Pantokrator zu besteigen. Die Städtetouristen nehmen bei ihrer Taxifahrt auch gleich unser Gepäck mit, sodass die vier Wanderer sich um ca. 09:30 Uhr nur mit Tagesgepäck bewaffnet auf den Weg machen. Gleich nach Verlassen des Dorfes Spartilas erwartet uns ein Wanderweg, so wie wir ihn von zu Hause kennen – ein schöner, schmaler Pfad, der überwiegend durch Wald führt. Wir gewinnen rasch an Höhe und erreichen das Plateau des Pantokrator auf ca. 700 m Höhe. Es nieselt ein wenig bzw. hängen die Wolken sehr tief, sodass wir ab 600 m Höhe in mehr oder weniger dichten Nebel unterwegs sind. Trotzdem oder gerade deswegen empfinde ich diesen Abschnitt als einen der schönsten der gesamten Strecke, da sich eine ganz besondere Stimmung entwickelt. Die Wegfindung auf der Hochebene ohne konkretem Orientierungspunkt und mit schlechten Markierungen ist nicht ganz einfach und so müssen wir auch zwei kleine Umwege in Kauf nehmen, wo uns das GPS wieder auf den richtigen Pfad bringt.

Selfie am höchsten Punkt unserer Tour
Selfie am höchsten Punkt unserer Tour

Schlussendlich erreichen wir sicher die asphaltierte Straße, die zum Gipfel des Pantokrators führt. Mangels Sicht entscheiden wir uns, die letzten 150 Höhenmeter zu sparen, da außer der heute nicht vorhandenen Aussicht auf den Gipfel nichts auf uns wartet. Nach ein paar „Gipfelselfies“ geht es also bergab auf einer langen Schotterstraße, die sich schier endlos an den Flanken des Pantokrator entlangschlängelt. Gleich zu Beginn weist mich mein GPS darauf hin, dass entlang des Weges ein Geocache versteckt ist. Diese Information wird gleich genutzt, um Susanne und Waltraud in die Geheimnisse des Geocaching einzuweihen. Der Cache „Ouzo2“ ist in wenigen Minuten gefunden und geloggt. Immer leicht abwärts geht es nun die Schotterstraße entlang, vorbei am verlassenen Ruinendorf Sinies.

Der Weg nach Nisaki im Regen
Der Weg nach Nisaki im Regen

Die Straße wechselt dann plötzlich von Schotterstraße auf Asphaltstraße mit perfektem Asphalt und Leitplanken sowie fast zweispurigem Ausbau, bevor sie unvermittelt wieder in eine Schotterstraße mäßiger Qualität übergeht. Der genaue Zweck der Asphaltierung erschließt sich uns nicht :-). Auf knapp 200m Höhe würde der Corfu Trail noch einige Höhenmeter gewinnen und einige Täler ausgehen, wir entscheiden uns – aufgrund des mittlerweile einsetzenden Regens – den direkten Weg zur Küste zur Ortschaft Nissaki zu gehen. Langsam erreichen wir die ersten Häuser und Susanne holt mit zwei Ausrutschern auf dem Asphalt noch etwas nach, was ihr die ganze Woche verwehrt geblieben ist. Wir stoßen genau bei einer Bushaltestelle auf die Küstenstraße und können dem dortigen Fahrplan mit etwas Mühe entnehmen, dass in einer Stunde der nächste Bus kommen soll. Also gehen wir eine kleine Abzweigung zum Meer und beschließen diesen heutigen Wandertag mit ein paar kleinen Snacks in einer Taverne direkt am Meer. Der Bus kommt dann ca. 15 Minuten nach der angegebenen Zeit und bringt uns in ca. 40 Minuten nach Korfu-Stadt. Der dortige Busbahnhof ist nur wenige Minuten vom Hotel Bretagne entfernt, welches ich wegen der Flughafen-Nähe als Quartier für unsere letzte Nacht in Korfu gewählt habe. Unsere Mitwanderer sind von ihrer Sightseeing-Tour schon zurück und erwarten uns bereits im Hotel. Nach der Körperpflege führt uns Heinz mit der letzten noch ungetragenen Kleidung in ein nettes Lokal in Korfu-Stadt. Dort verbringen wir einen unterhaltsamen letzten gemeinsamen Abend. Alle Anwesenden sind voll des Lobes für den Wanderführer, was mich sehr freut, aber es hat sich in dieser Woche auch wirklich alles gut gefügt und trotz großer Gruppe gab es nur geringe Meinungsverschiedenheiten.

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