08.07.2016: Wien – Keflavik – Reykjavik

Das fünfte Mal verschlägt es mich nach Island. Diesmal biete ich in meiner Funktion als Bergwanderführer eine kombinierte Wander- und Sightseeingreise an. Für den Wanderteil, einer fünftägigen Wanderung am Laugavegur habe ich die letzten beiden Tage die Menus zusammengestellt und die entsprechenden Lebensmittel eingekauft und in einem eigenen Ortlieb-Transportsack verpackt. Wie immer nervös, ob alles wie geplant klappen wird, mache ich mich Freitag abends am Weg zum Flughafen. Diesmal bringt mich mein Schwager Rudi, der während meiner Abwesenheit Urlaub in Wien macht, mit dem Auto hin. Am Flughafen treffe ich gleich auf Waltraud, die einen der wenigen Sitzplätze ergattert hat. Wenig später stößt auch Susanne hinzu. Beide waren heuer schon mit mir auf Korfu und Susanne übernimmt mit der vierten Teilnahme an meinen Wanderungen die Führungsposition unter meinen „Stammkunden“. Beim Check-In des Lebensmittelsackes erklärt uns die Dame, dass jeder nur EIN Gepäckstück einchecken darf, selbst wenn das Gesamtgewicht der Gepäckstücke pro Person weit unter 20kg liegt. Bei der Wahl EUR 65,– für das zusätzliche Gepäckstück zu zahlen oder EUR 12,– für das Zusammenbinden eines Rucksackes mit dem Essenssack mittels Plastikfolie entscheiden wir uns für zweiteres und somit das kleinere Übel. Ansonsten geht es ohne Komplikationen weiter und das Flugzeug startet plangemäß kurz nach 21:00 Uhr. Der Flieger ist nicht einmal halb gefüllt, was für die Reisenden den Vorteil bringt, dass fast jeder einen Fensterplatz ergattert. Gegen Ende des Fluges verpasse ich schlafenderweise fast den Anflug über Island. Zwischen den Wolken kann ich erkennen, dass die Passage zwischen Myrdalsjokull und Eyjafjallajokull fast durchgehend weiß und schneebedeckt ist. Anscheinend war es in Island diesmal ein langer Winter oder ein kühler Frühling. Auch eine Busroute im Hochland, die ich eingeplant habe, war Anfang Juli noch nicht freigegeben.

Nach der Landung um 23:30 Ortszeit, warten wir auf unser Gepäck. Der Rucksack von Susanne erscheint relativ rasch am Förderband, doch sonst warten wir vergeblich auf die weiteren Gepäckstücke. Beim Durchstreifen der relativ kleinen Ankunftshalle finde ich meinen Rucksack nahe des Großgepäcks. Während sich die Halle durch späte Landungen immer mehr füllt, fehlt von Waltrauds Rucksack/Essenspaket weiterhin jede Spur. Das Lost&Found verweist auf das zur Zeit übliche Chaos, und ersucht uns, noch zuzuwarten. Doch auch 45 Minuten und gefühle 20 Flieger später bleibt das Gepäck vermisst.

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Diesen Zettel haben wir anstelle des Gepäcks erhalten

Also geben wir beim Schalter eine Vermisstenmeldung auf, hinterlassen die Adresse unserer Unterkunft in Reykjavik und machen uns um 01:15 mit dem Flybus auf den Weg nach Reykjavik. Nach Umstieg und Wartezeit beim BSI kommen wir schließlich um 02:30 Uhr Ortszeit (oder 04:30 österreichische Zeit) im Quartier der Heilsarmee an, wo Katharina, die im Laufe des Nachmittages direkt von Irland hierher geflogen ist, schon tief und fest schläft.

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