15.08.2018: Schlernhaus – Vajolethütte

Der nächste Tag beginnt wie immer mit Frühstück, diesmal gibt es Kekse und Kuchen als Besonderheit und einen Kakao, in dem der Löffel steckt.

Perfektes Wanderwetter

Nach den nächtlichen Regenfällen ist der Himmel fast wolkenlos, doch es hat abgekühlt. Ausserdem bläst hier auf der Hochebene eine steife Brise, sodass die meisten von uns zwei bis drei Schichten anziehen. Susanne kam schon fertig gepackt zum Frühstück beim Aufbruch fehlt sie jedoch wieder. Gerhard geht inzwischen voraus, wir sehen ihn am ersten Teil der Wanderung nur mehr von hinten. Als Susanne wieder auftaucht, brechen dann alle anderen auf. Schon nach 15 Minuten gemütlicher Wanderung auf der Hochebene Richtung Rosengarten ist es wieder warm genug, um alles bis auf eine Schicht auszuziehen.

Bei der Abzweigung zum Klettersteig

Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir die Abzweigung zum Maximilian Klettersteig, den wir links liegen lassen. Kurz darauf ist schon unsere erste Zwischenstation die Tierser Alpl Hütte zu sehen, es soll jedoch weitere 45 Minuten dauern, bevor wir sie erreichen.

Die Tierser Alpl Hütte

Während Heinz und Katharina die neu renovierte Hütte von innen erkunden, beobachte ich einige Menschen dabei, wie sie den direkt hinter der Hütte befindlichen Klettersteig begehen. Es sind schon einige Leute unterwegs, auch mit den Mountainbike ḱommt man offensichtlich gut auf diese Hütte. Am nächsten Anstieg zum Molignon-Pass überholen wir eine Gruppe von zwei deutschen Damen und einem Mädchen, welches angeschlagen von Fieber gerade das Weitergehen verweigert. Unsere Krankenschwester Susanne kümmert sich um das Mädchen und gibt ihr aus Ihrem Medikamentenvorrat etwas für den Notfall. Auf jeden Fall geht es auch für das Trio weiter und wir treffen sie noch mehrmals im Laufe des Tages.

Susanne und die Hagelkörner

Wir passieren ein paar Haufen von Hagelkörnern, die wohl eines der Gewitter der letzten Tage hier abgesetzt haben, bevor wir den Molignon-Pass auf 2.600 Hm erreichen. Hier bietet sich ein eindrucksvoller Blick hinüber zur Grasleitenpasshütte auf gleicher Höhe und den gleichnamigen Felskessel, den wir vorher noch durchschreiten müssen.

Felskessel vor dem Grasleitenpass

Es geht in engen Serpentinen steil und schottrig bergab und ich frage mich, wo die grünen Flecken sein sollen, die auf der Karte eingezeichnet sind. Knapp vor dem Boden des Kessels zweigt der Weg nach links ab und wir halten zumindest einen Teil der Höhe bevor es auf der gegenüberliegenden Seite wieder steil bergauf geht. Wie öfter in den letzten Tagen gehe ich hinauf mein Tempo, Susanne haftet sich mit der Aussicht auf ein Powernap an meine Fersen, der Rest erreicht die Grasleitenpasshütte erst bei Halbzeit meiner Gipfelzigarette.

Die Grasleitenpass-Hütte und viele Menschen

Auf der Hütte ist der Bär los, wir haben ein ähnliches Aha-Erlebnis wie nach der Panascharte, denn vom Vajolettal pilgern die Massen auf die Grasleitenpasshütte und einige noch ẃeiter auf eine Schulter des Kesselkogels. Die sehr kleine Hütte ist so voll, dass Gerhard und Heinz beim Zahlen fast Platzangst bekommen. Das Personal ist wie bisher auf allen Hütten ausgenommen freundlich und lässt sich von der vielen Arbeit nicht beeindrucken.

Gruppenfoto vor dem Vajolet-Tal

Nach einer Stunde Pause geht es für uns die letzte knappe Stunde im Gänsemarsch mit den Tagestouristen hinunter zur Vajolethütte unserem heutigen Tagesziel. Diese liegt auf einem Zwischenplateau im Vajolettal auf dem eine große Gruppe Jugendlicher uns bereits mit dem Singen von Liedern begrüßt.

Am heutigen Tagesziel

Beim Einchecken müssen wir uns in die WC-Schlange einreihen, doch diese Aufgabe übernimmt diesmal Katharina und holt die Schlüssel für ein 5-Bett-Zimmer im 2. Stock. Da es gerade einmal 15:00 Uhr ist, schlägt Heinz noch eine Extratour vor, und so erkunden wir heute noch eine der beiden möglichen Varianten für morgen. Dazu klettern wir den an und für sich anspruchsvollen Steig durch die Gartlschlucht hoch zur Gartlhütte. Dieser wird jedoch von so vielen Wanderern aller Altersstufen in unterschiedlichen Ausrüstungen begangen, dass er offensichtlich nicht schwer genug ist ;-). Nach ca. 1 Stunde kommen wir bei der Gartlhütte an, unser Ziel für die Extratour ist jedoch die Erkundung des Santnerpass-Klettersteigs. Also gehen wir noch knapp weitere 20 Minuten bergauf zur Santnerpass-Hütte, die diese Saison jedoch geschlossen hat.

Die Laurinswand

Zwischen der Laurinswand und der Rosengartenspitze eröffnet sich uns ein eindrucksvoller Ausblick über den Rosengarten, das Latemar-Gebiet und ein Fernblick bis zur Ortlergruppe. Allein beim Anblick der Laurinswand, die einige hundert Meter nahezu senkrecht abfällt wird mir ein wenig schwindlig. Heinz ist davon unbeeindruckt und setzt sich so hin, dass seine Beine direkt den Abhang hinunterhängen.

Aussicht genießen an der Westwand des Rosengartens

Ein paar Fotos und eine Gipfelzigarette später gehen wir weiter zum Einstieg des Santnerpass-Klettersteigs und wagen uns die ersten Passagen abwärts. Der Klettersteig ist zwar nur mit A/B bewertet, aber es wird bald klar, dass wir als Gruppe ohne Ausrüstung hier auf keinen Fall gehen sollten.

Ich hänge im Santnerpass-Klettersteig

Wir machen ein paar Fotos und gehen wieder hinunter zur Hütte, wo wir rechtzeitig zur Dusche und zum Abendessen eintreffen. Das Abendessen ist diesmal in Form einer Halbpension, wobei wir bei allen drei Gängen aus zwei bis drei Alternativen wählen können. Alle Speisen sind geschmacklich und von der Portionsgröße top und obendrein gibt’s noch einen Teller vom Salatbuffet, welches mit Kichererbsen und Krautsalat mit Speck ebenfalls mehr als die 08/15-Dinge enthält. Kulinarisch ein absolutes Highlight unserer Dolomitentour ! Wir unterhalten uns sehr gut mit einer Gruppe von drei Deutschen, die hauptsächlich zum Klettern hier sind und kommen ausnahmsweise erst mit der Hüttenruhe um 22:00 Uhr ins Bett.

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